H-G-L Aktuell
Ich kann keine Grenzen setzen

Neulich schilderte mir eine junge Kaderfrau,
dass sie schlecht für sich sorgt, weil sie keine Grenzen setzen kann.
Sie nimmt alle Aufträge an –
auch die, die ungerechtfertigt an sie delegiert werden.
Sobald jemand sagt: „Das gehört doch in deinen Bereich“, «wäre aber schon gut»,wird sie sprachlos und nimmt an.
Weil sie denkt, das muss so.
Und sie kann nicht mehr.
Leer.
Ausgepowert.
Ich fragte sie, was sie sich für das Coaching wünsche. Sie wollte Tipps und Tricks, wie sie besser Nein sagen kann.
Ich: Was würde das ermöglichen?
Sie: Ruhe. Innere.
Da waren wir am Kern. Bei der Organisation ihres Nervensystems.
Wir forschten weiter, was ihr in den Weg gerät, diese Ruhe beizubehalten.
Zum Vorschein kam eine sehr schwieriges Elternthema (das ich hier nicht ausführe).
Als sie ihr Muster erkannte, kam ein tiefer Atemzug.
Ihr Körper lies los. Ein Zeichen für Regulation.
Und sie konnte den Bogen der Kindheitsstrategie zur heutigen Situation ziehen:
„Ich bin nicht mehr dieses Mädchen.
Ich bin eine erwachsene Frau und unabhängig.
Damals konnte ich nicht für mich einstehen.
Heute stehe ich für mich ein.“
Aus tiefster Ruhe und Überzeugung.
Nach der inneren Arbeit feilten wir an der äusseren:
wir brachten die inneren Konflikte nach Aussen und an
ihrer Kommunikation in den grenzfehlenden Situationen.
Dabei entdeckte sie ein weiteres Muster.
Sie war ein „Kopfmensch“ geworden.
Zu Ihrer Rettung hatte sie in der Kindheit gelernt, ihre Emotionen zu unterdrücken. Sich stattdessen nach Aussen immer stark und überlegt zu zeigen.
Nach einigem ausprobieren, spürte sie die enorme Kraft, die darin liegt, sich mit den eigenen Empfindungen zu zeigen, bzw. diese in der Kommunikation auszudrücken.
Innerlich verbunden mit sich
und einem Lächeln auf ihrem schönen Gesicht,
schlossen wir das Coching ab.
Danke.